Der Zugversuch gehört zu der statischen, zerstörenden Werkstoffprüfung.

Der Zugversuch dient zur Bestimmung der mechanischen Kennwerte eines Werkstoffs bei gleichmäßiger, stoßfreier und langsammer Zugbeanspruchung.

Mechanische Werkstoffkennwerte wie die Streckgrenze Re, die Zugfestigkeit Rm und die Bruchdehnung A werden durch den Zugversuch ermittelt.

Neben diesen Kennwerten kann das Elastizitätsmodul, die Elastizitätsgrenze und Dehngrenze, ermittelt werden. Die Bruchdehnung und Brucheinschnürung der Probe lässt sich ebenfalls messen.

Zugversuch-Durchführung:

Auf einer Universalprüfmaschine wird der Zugversuch mit einer runden oder auch flachen Zugprobe durchgeführt. Die Zugprobe wird an den Enden in die Spannköpfe der Universal-Prüfmaschine gespannt.

Nachdem der Prüfvorgang gestartet wird, fährt das Joch mit dem oberen Spakopf langsam aber stetig nach oben. Dies geschieht per Hydraulik.

Folglich steigt auch die Zugkraft, welche auf die Zugprobe ausgeübt wird. Während dem Zugversuch werden Zugspannung und Dehnung ausgewertet und im Spannungs-Dehnungs-Diagramm aufgezeichnet.

Der Versuch endet mit dem reißen der Zugprobe.

Zugversuch-Auswertung:

Die Zugprobe verlängert sich durch die kontinuierlich zugegebene Kraft. Mittels einer Messeinrichtung werden die Zugkraft F und die Verlängerung Delta L gemessen.

Die Zugspannung wird über die Zugkraft F und den Querschnitt S0 ermittelt.

Die Bruch-Dehnung lässt sich ausrechnen in dem man die Anfangslänge von der Endlänge der Probe subtrahiert.

Um die Streckgrenze zu ermitteln muss die Zugkraft Fe durch die Probenquerschnittsfläche dividiert werden.

Die Zugfestigkeit erhält man indem Querschnittsfläche durch die ermittelte Höchstzugkraft dividiert wird.

Am besten lässt sich die Auswertung des Zugversuches an einem Beispiel mit Rechnung und Lösung verdeutlichen.

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