Bei der Härteprüfung nach Rockwell können sowohl harte als auch weiche Werkstücke geprüft werden. In diesem Härteprüfverfahren ist die Eindrucktiefe eines Prüfkörpers in den Werkstoff zur Bestimmung des Härtegrades entscheident. Bei der Rockwell-Härteprüfung ist eine Messuhr mit dem Prüfkörper verbunden, welche die Bewegung des Prüfkörpers in das Material start vergrößert wiedergibt.

Die Rockwell Härteprüfung setzt sich aus vier Arbeitschritten zusammen:

  1. Die zu prüfende Werkstück-Oberfläche wird mit dem Eindringkörper in Kontakt gebracht und mit einer Prüfvorkraft (98,0665 N) belastet.
  2. An diesem Punkt ist schon ein winziger EIndruck in der Probe. Hier wird die Messuhr auf Null gestellt.
  3. Langsam, Gleichmäßig und ohne Stöße wird eine zusätzliche Kraft F1 aufgegeben. Zusammen mit der Prüfvorkraft ergibts ich die Prüfgesamtkraft F. Der Eindringkörper dringt folglich mehr oder weniger tief in das  zu prüfende Material ein - Abhängig von der Härte. Der Eindringungsvorgang ist an der Bewegung des Zeigers an der Meßuhr sichtbar.
  4. Nachdem der Messuhrzeiger zum Stillstand gekommen ist  wird die Prüfkraft F bis auf die Prüfvorkraft zurückgenommen. Die bleibende Eindringtiefe h des Prüfkörpers in der Probe wird an der Messuhr als Rockwellhärtewert abgelesen.

Härteprüfung nach Rockwell

Aufgrund des breiten Einsatzgebietes der Rockwell-Härteprüfung und diverser Materialien unterschiedlicher Härte und Eindringtiefen wurden Elf Skalen (A, B, C, D, E, F, G, H, K, N, T) genormt um dem entgegen zu kommen. (Normal-Rockwell, Super-Rockwell,…) Weitere Informationen hierzu sind in der DIN EN ISO 6508-1 definiert.

Im Allgemeinen verwendet man für harte Werkstoffe einen Diamantkegel mit einem Spitzenwinkel von 120° (HRC,HRD,HRA).

Für weiche Werkstoffe benutzt man eine Hartmetallkugel von 1,59 mm (HRB,HRF,HRG) oder auch 3,175mm (HRE,HRH,HRK) Durchmesser.

Zudem werden für unterschiedlich harte Werkstoffe auch unterschiedliche Prüfkräfte eingesetzt (HRA= F490,3N ; HRB=F882,6N ; HRC=1373N).

Das Rockwell-Kurzzeichen setzt sich aus dem Härtewert und dem Zeichen für das angewendete Verfahren zusammen.

Beispiel zum Ablesen der Härteangaben am Rockwell-Kurzzeichen:

Beispiel zum Ablesen des Rockwell-Kurzzeichens

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