Bei der Härteprüfung nach Brinell (HBW) wird eine Prüfkugel aus Hartmetall als Eindruckkörper verwendet um den Brinellhärte-Wert zu ermitteln. Da es unterschiedlich große Prüfkugeln für die Brinell Härteprüfung gibt (1 ; 2 ; 2,5 ; 5 und 10 mm) muss eine dazu entsprechende Prüfkraft eingestellt werden, die aus Tabellen zu ntnehmen ist.

Die Prüfkräfte müssen so eingestellt werden dass der Beanspruchungsgrad kleiner als 0,102 x F/D² ist.

Mit der Brinellhärteprüfung können allerdings nur weiche bis mittelharte Werkstücke auf ihre Härte hin geprüft werden.

Die Härteprüfung nach Brinell wird in der Regel auf einer Universal-Härteprüfmaschine durchgeführt.

Universal-Härteprüfmaschine Brinell

Nachdem eine geeignete Prüfkraft an der Härteprüfmaschine eingestellt wurde wird der kugelförmige Prüfkörper in das Werkstück gepresst. Nach einer bestimmten Einwirkdauer (z.B 10-15s) wird die Probe entlastet und der Eindrückdürchmesser gemessen. Hierbei ist der Mittelwert zweier Durchmesser-Messungen zu bilden.

Brinell Mittelwertbildung des Eindruckdurchmessers

d=(d1+d2)/2

Der Brinell-Härtewert wird mittels der Prüfkraft und dem Durchmesser des Eindrucks aus Tabellen ermittelt oder mit einem Auswertecomputer bestimmt.

Vorteile der Härteprüfung nach Brinell:

  • Das Brinell-Verfahren ist besonders für  heterogene Werkstoffe geeignet (Grauguss und Lagermetalle)
  • Es wird eine mittlere Härte über weiche und harte Anteile im Werkstoff bestimmt
  • Der relativ große Durchmesser ist mit geringem Aufwand messbar

Nachteile der Härteprüfung nach Brinell:

  • Nicht geeignet für die Prüfung von kleinen Proben
  • Nicht geeignet für dünne Werkstücke
  • Nicht geeignet für harte Werkstoffe

Das Brinell-Kurzzeichen setzt sich aus einem Härtewert, dem Kennbuchstaben HBW dem Prüfkugeldurchmesser, der Prüfkraft sowie der Einwirkdauer in Sekunden zusammen.

Ein Beispiel zum Ablesen einer Härteangabe nach Brinell:

Brinell-Härteprüfung: ABlesebeispiel des Brinell-Kurzzeichens

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