Metall - Technik - Werkzeug

Grundwissen und Fachwissen im Bereich Metall-Technik

Archiv für 21. Oktober, 2009

Härteprüfung Rockwell

Bei der Härteprüfung nach Rockwell können sowohl harte als auch weiche Werkstücke geprüft werden. In diesem Härteprüfverfahren ist die Eindrucktiefe eines Prüfkörpers in den Werkstoff zur Bestimmung des Härtegrades entscheident. Bei der Rockwell-Härteprüfung ist eine Messuhr mit dem Prüfkörper verbunden, welche die Bewegung des Prüfkörpers in das Material start vergrößert wiedergibt.

Die Rockwell Härteprüfung setzt sich aus vier Arbeitschritten zusammen:

  1. Die zu prüfende Werkstück-Oberfläche wird mit dem Eindringkörper in Kontakt gebracht und mit einer Prüfvorkraft (98,0665 N) belastet.
  2. An diesem Punkt ist schon ein winziger EIndruck in der Probe. Hier wird die Messuhr auf Null gestellt.
  3. Langsam, Gleichmäßig und ohne Stöße wird eine zusätzliche Kraft F1 aufgegeben. Zusammen mit der Prüfvorkraft ergibts ich die Prüfgesamtkraft F. Der Eindringkörper dringt folglich mehr oder weniger tief in das  zu prüfende Material ein - Abhängig von der Härte. Der Eindringungsvorgang ist an der Bewegung des Zeigers an der Meßuhr sichtbar.
  4. Nachdem der Messuhrzeiger zum Stillstand gekommen ist  wird die Prüfkraft F bis auf die Prüfvorkraft zurückgenommen. Die bleibende Eindringtiefe h des Prüfkörpers in der Probe wird an der Messuhr als Rockwellhärtewert abgelesen.

Härteprüfung nach Rockwell

Aufgrund des breiten Einsatzgebietes der Rockwell-Härteprüfung und diverser Materialien unterschiedlicher Härte und Eindringtiefen wurden Elf Skalen (A, B, C, D, E, F, G, H, K, N, T) genormt um dem entgegen zu kommen. (Normal-Rockwell, Super-Rockwell,…) Weitere Informationen hierzu sind in der DIN EN ISO 6508-1 definiert.

Im Allgemeinen verwendet man für harte Werkstoffe einen Diamantkegel mit einem Spitzenwinkel von 120° (HRC,HRD,HRA).

Für weiche Werkstoffe benutzt man eine Hartmetallkugel von 1,59 mm (HRB,HRF,HRG) oder auch 3,175mm (HRE,HRH,HRK) Durchmesser.

Zudem werden für unterschiedlich harte Werkstoffe auch unterschiedliche Prüfkräfte eingesetzt (HRA= F490,3N ; HRB=F882,6N ; HRC=1373N).

Das Rockwell-Kurzzeichen setzt sich aus dem Härtewert und dem Zeichen für das angewendete Verfahren zusammen.

Beispiel zum Ablesen der Härteangaben am Rockwell-Kurzzeichen:

Beispiel zum Ablesen des Rockwell-Kurzzeichens

  • Comments Off
  • Abgelegt in: Werkstoffprüfung
  • Härteprüfung Brinell

    Bei der Härteprüfung nach Brinell (HBW) wird eine Prüfkugel aus Hartmetall als Eindruckkörper verwendet um den Brinellhärte-Wert zu ermitteln. Da es unterschiedlich große Prüfkugeln für die Brinell Härteprüfung gibt (1 ; 2 ; 2,5 ; 5 und 10 mm) muss eine dazu entsprechende Prüfkraft eingestellt werden, die aus Tabellen zu ntnehmen ist.

    Die Prüfkräfte müssen so eingestellt werden dass der Beanspruchungsgrad kleiner als 0,102 x F/D² ist.

    Mit der Brinellhärteprüfung können allerdings nur weiche bis mittelharte Werkstücke auf ihre Härte hin geprüft werden.

    Die Härteprüfung nach Brinell wird in der Regel auf einer Universal-Härteprüfmaschine durchgeführt.

    Universal-Härteprüfmaschine Brinell

    Nachdem eine geeignete Prüfkraft an der Härteprüfmaschine eingestellt wurde wird der kugelförmige Prüfkörper in das Werkstück gepresst. Nach einer bestimmten Einwirkdauer (z.B 10-15s) wird die Probe entlastet und der Eindrückdürchmesser gemessen. Hierbei ist der Mittelwert zweier Durchmesser-Messungen zu bilden.

    Brinell Mittelwertbildung des Eindruckdurchmessers

    d=(d1+d2)/2

    Der Brinell-Härtewert wird mittels der Prüfkraft und dem Durchmesser des Eindrucks aus Tabellen ermittelt oder mit einem Auswertecomputer bestimmt.

    Vorteile der Härteprüfung nach Brinell:

    • Das Brinell-Verfahren ist besonders für  heterogene Werkstoffe geeignet (Grauguss und Lagermetalle)
    • Es wird eine mittlere Härte über weiche und harte Anteile im Werkstoff bestimmt
    • Der relativ große Durchmesser ist mit geringem Aufwand messbar

    Nachteile der Härteprüfung nach Brinell:

    • Nicht geeignet für die Prüfung von kleinen Proben
    • Nicht geeignet für dünne Werkstücke
    • Nicht geeignet für harte Werkstoffe

    Das Brinell-Kurzzeichen setzt sich aus einem Härtewert, dem Kennbuchstaben HBW dem Prüfkugeldurchmesser, der Prüfkraft sowie der Einwirkdauer in Sekunden zusammen.

    Ein Beispiel zum Ablesen einer Härteangabe nach Brinell:

    Brinell-Härteprüfung: ABlesebeispiel des Brinell-Kurzzeichens

  • Comments Off
  • Abgelegt in: Werkstoffprüfung
  • Blogroll

     

    Oktober 2009
    M D M D F S S
    « Jul   Dez »
     1234
    567891011
    12131415161718
    19202122232425
    262728293031  


    Alle RSS Feeds